Digitalisierung im Handwerk

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Digitalisierung im Handwerk

„Handwerk 4.0“ ist das Schlagwort, hinter dem sich die Zukunft des Handwerks durch umfassende Digitalisierung verbirgt. Mit mehr als einer Million Betrieben ist das Handwerk ein maßgeblicher Baustein der deutschen Wirtschaft. Seine Digitalisierung wird somit große Auswirkungen haben auf viele Bereiche des täglichen Lebens.

Auch die Industrie ist von der Digitalisierung voll erfasst worden und dringt zunehmend mit kundenindividuellen Produkten und Dienstleistungen in klassische Marksegmente des Handwerks ein. Die Online-Konfiguration eines Aktenschranks oder Sideboards statt deren Bestellung bei einer Schreinerei sind nur zwei Beispiele, wie sich traditionelle Strukturen durch den digitalen Wandel verändern. Es besteht also Handlungsbedarf.

Das Potenzial des digitalen Wandels für sich erkennen.

Doch das Handwerk ist gut vorbereitet und steht dem gesamten Thema positiv gegenüber. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) besitzen 95 Prozent der Handwerksbetriebe eine eigene Website, 58 Prozent nutzen Software-Lösungen zur Steuerung der betrieblichen Abläufe und 25 Prozent digitale Technologien zum Beispiel zur Herstellung von Ersatzteilen per 3D-Druck oder Tracking-Systeme für Maschinen und Werkstoffe.

„Handwerksbetriebe, die konsequent digitale Technologien einsetzen, gewinnen Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: das Handwerk“, meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Karl-Sebastian Schulte, ZDH-Geschäftsführer, sieht große Chancen in der Digitalisierung: „Wir helfen unseren Betrieben dabei, sie zu nutzen. So sichern wir langfristig die hohe Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Handwerks.“ Doch es gibt noch viel zu tun vor allem im Bereich der Software-Unterstützung der betrieblichen Abläufe und Tätigkeiten. Hier ist die Industrie dem Handwerk bereits an vielen Stellen voraus zum Beispiel durch den Einsatz von sogenannten CRM-Systemen (CRM — Customer Relationship Management“).

Bei vielen kleineren und mittleren Handwerksbetrieben wird das CRM noch nirgends elektronisch gespeichert oder verarbeitet, sondern befindet sich in den „Köpfen“ der Inhaber und ihrer Mitarbeiter. Laut der Studie nutzen nicht ganz die Hälfte der befragten Betriebe CRM-Systeme und immerhin 58 Prozent Software zur Digitalisierung der Büro- und Verwaltungsarbeiten. Hier muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit vor allem die kleineren Betriebe das Potenzial der Softwarelösungen erkennen und für sich als lohnenswert identifizieren. Karl-Sebastian Schulte ist davon überzeugt, dass Software-Lösungen gerade bei kleinen Handwerksbetrieben die Zeitfresser „Büro-, Verwaltungs- und Planungsarbeiten“ in der Organisation des Betriebs enorm vereinfachen können.

Fit für die Zukunft: Den digitalen Wandel auch bei vollen Auftragsbüchern vorantreiben.

Auch wenn das Geschäft läuft und derzeit die Auftragsbücher voll sind, kann die Auftragslage manche betriebliche Fehlorganisation überdecken oder dazu führen, dass Prozesse nicht optimiert werden, weil anscheinend keine Zeit oder Kapazität zur Verfügung steht. Externe Hilfe kann hier die Lösung sein, um gerade in wirtschaftlich starken Zeiten in die Optimierung der betrieblichen Prozesse zu investieren.

Blicken wir auf das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk und natürlich das E-Handwerk. Hier ändern sich durch neue Wettbewerber, die voll auf die Digitalisierung setzen, die klassischen Aufgabenteilungen zwischen Hersteller, Handel und Handwerk. Online-Händler oder Auftragsportale bieten ihre Produkte und Dienstleistungen direkt dem Endkunden an. Beispiele gibt es viele, wie das bundesweit tätige Handwerksunternehmen Thermondo www.thermondo.de, das Kunden anbietet, ihre neue Heizung online in Auftrag zu geben.

Auch branchenfremde Anbieter wie die amerikanischen Smart-Home-Spezialisten „Nest“ www.nest.com/de oder „Tado“ www.tado.com/de spielen mit und versuchen ihre Dienstleistungen und Produkte, vorbei an den den regionalen Betrieben, an die Kundin oder den Kunden zu bringen.

Der Druck steigt also und das Handwerk wird sich nachhaltig verändern müssen. Betriebe, die jetzt mit der digitalen Transformation beginnen und viele analoge, also physische Prozesse in eine digitale Form überführen, werden auch in Zukunft erfolgreich sein.

Unterstützung gibt es an vielen Stellen – allen voran beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bietet als Teil der „Digitalen Agenda“ kleinen und mittleren Unternehmen praktische Unterstützung und gibt konkrete Antworten, wie Betriebe den digitalen Wandel angehen können. Neben dem Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital“ erfahren Firmen, was die Digitalisierung bedeutet und welche Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sinnvoll sind.

Wichtige Antworten auf Fragen, die sich auf dem Weg in die digitalisierte Welt stellen, sind auf der Website www.mittelstand-digital.de zu finden. Die Website wurde eigens dafür eingerichtet. Sie ist anschaulich aufgebaut und bietet neben vielen Tipps und Leitfäden eine ganze Reihe von Praxisbeispielen. Ob „Digitalisierung in fünf Schritten“ oder das Praxisbeispiel „Nachwuchskräfte gewinnen“: Hier finden sich konkrete Lösungsvorschläge für konkrete Herausforderungen des digitalen Wandels.

Dies war ein Beispiel von vielen, wie Betriebe besser heute als morgen mit dem digitalen Wandel starten oder einen bereits eingeschlagenen Weg der digitalen Transformation unbedingt fortsetzen sollten. Niemand kann die Zukunft vorhersehen. Doch, dass die digitale Transformation einen notwendigen wirtschaftlichen Erfolgsfaktor darstellt, sollten wir, auch ohne seherische Fähigkeiten zu besitzen, als sichere Wette auf die Zukunft begreifen.

Digitale Chancen im Handwerk.

In diesem kurzen Youtube-Video wird die Bedeutung der Digitalisierung im Handwerk anschaulich erklärt.

Beratungsstellen:

Kompetenzzentrum
Digitales Handwerk

Telefon: 030 20619-0
E-Mail: info©zdh.dehandwerkdigital.de
Website: handwerkdigital.de

Mittelstand 4.0
Kompetenzzentrum Darmstadt
Isabella Börner
Telefon: 06151 871-1192
E-Mail: boerner©darmstadt.ihk.de
Website: kompetenzzentrum-darmstadt.digital

Matthias Vielstädte setzt seit mehr als 15 Jahren auf Digitalisierung. Die Bilanz: Klare Strukturen, Kostenersparnis, zufriedene Kunden und Mitarbeiter. Quelle: www.handwerk.com

 

 

Praxisbeispiel – wie Digitalisierung erfolgreich funktionieren kann:

Tischlermeister Matthias Vielstädte setzt seit mehr als 15 Jahren auf Digitalisierung. Die Bilanz: Klare Strukturen, Kostenersparnis, zufriedene Kunden und Mitarbeiter.

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