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27.04.23, Frankfurt am Main

Umweltfreundliches Bauen: Grüner Beton

Laut dem Weltklimarat gehen drei Milliarden Tonnen CO2 jährlich allein auf die Produktion von Zement zurück. Das sind bis zu zehn Prozent des vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgases. Doch es gibt Ansätze, dies zu ändern und den Beton „grün“ werden zu lassen.

Beton ist ein beliebter Baustoff. Denn seine Verwendung bietet viele Vorteile: Ein Großteil seiner Bestandteile ist überall verfügbar, zudem ist die Herstellung aus technischer Sicht unkompliziert. Beton ist ein einfach zu verarbeitender, universell einsetzbarer Baustoff mit einer optimalen Festigkeit und ebensolcher Wärmedämmung. Doch es gibt auch Kehrseiten: So wird es immer schwieriger, dem weiter steigenden Rohstoffbedarf gerecht zu werden. Und für die Herstellung der meisten Betonarten wird Zement benötigt, dessen Herstellung extrem energieaufwändig und klimaschädlich ist. Die Hausaufgaben für die Zukunft sind also klar: Benötigt wird ein „grüner“ Beton, der technisch nicht schlechter sein darf als das aktuell verfügbare Baumaterial.

Der Status quo
Die heute verwendeten Betonmischungen sind auf eine Haltbarkeit von bis zu hundert Jahren ausgelegt. Je nach Anwendung setzt man auf unterschiedliche Arten von Beton. Die meisten von ihnen können bei Bedarf frisch angerührt werden oder kommen als verarbeitungsfertiger Transportbeton per Lkw auf die Baustelle. Hier wird der Beton dann individuell verarbeitet. 

Was ist „grüner Beton“?
Die scheinbar unlösbare Aufgabe: das Ziel einer CO₂-neutralen Zukunft muss erreicht werden, während man weiterhin auf und mit Beton bauen kann. Zwar ist der Energiebedarf bei der Beton- beziehungsweise Zementherstellung bereits gesunken, doch weitere Schritte sind erforderlich. Unternehmen und die Forschung entwickeln deshalb Ideen, wie man mit Beton künftig umweltfreundlicher bauen kann: 

  • Ein Cottbuser Start-up behandelt Beton mit Ultraschall. Der Beton härtet schneller aus und benötigt so 30 Prozent weniger klimaschädlichen Zement. 
  • An der Universität Stuttgart arbeitet man an sogenanntem Gradientenbeton. Dabei nimmt man sich den Aufbau menschlicher Knochen zum Vorbild. Über den Betonquerschnitt verteilte Hohlräume unterschiedlicher Größen tragen der inhomogenen Belastung von Betonteilen Rechnung und sparen bis zu 40 Prozent an Material. 
  • Mehrere Universitäten im Raum DE-FR-BE-LUX suchen gemeinsam nach Alternativen zum Zement. Dabei wird der Zement ganz oder teilweise durch andere Stoffe ersetzt.
  • Die University of Colorado entwickelt „lebenden“ Beton. Hier ersetzt eine Mischung aus Sand, Gelatine und Bakterien den Zement.

Ebenfalls im Fokus der Forschung sind Alternativen zum Stahlbeton. Da Stahl zu Korrosion neigt und die Lebensdauer eines Bauwerkes mindert, setzt man hier vermehrt auf Carbon-, Glasfaser- oder Textilbeton.

Was lange hält, hat die beste Bilanz
Bei bereits bestehenden Gebäuden amortisiert sich der Einsatz der Baustoffe mit der Dauer ihrer Nutzung. Darum setzt auch die Bundesregierung auf „Sanierung statt Neubau“ und stellt hierfür ab 2023 jährlich 13 Milliarden Euro an Fördergeldern bereit. Und wenn ein Gebäude doch irgendwann abrissreif ist, lautet das erklärte Ziel der Industrie, den enthaltenen Beton zukünftig komplett recyceln zu können. Die Weichen dafür werden gerade gestellt.

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